Dieses Kapitel erzählt simultan von den beiden Forschern, obwohl sie nicht mehr am gleichen Ort sind. Das unterscheidet es von den anderen. Gauß sitzt in seiner Sternwarte, Humboldt ist auf Russlandreise.
Die Russland-Expedition (1829)
Während eines knappen halben Jahres legten Humboldt und sein Geleit mehr als 18.000 Kilometer zurück.
Gauß warin Göttingen sehr eng mit Wilhelm Eduard Weber befreundet, mit dem er viele Jahre lang zusammenarbeitete. Sie konstruierten 1833 einen elektromagnetischenTelegraphen. Dazu verlegten sie zwei Kupferdrähte über die Dächer der Stadt Göttingen und vermittelten Ostern 1833 den telegraphischen Verkehr zwischen dem physikalischen Institut und dem magnetischen Observatorium der Sternwarte.
Auf Teneriffa tritt Eugen in die Fußstapfen Humboldts. andererseits wird er seinem Vater immer ähnlicher. Das letzte Kapitel bildet deshalb eine Synthese, da Eugen die Haupteigenschaften der Hauptfiguren in sich trägt.
Im Kapitel 2 hatte gestanden, dass Humboldt 1799 auf Teneriffa gerührt einen uralten Baum umarmt hatte:
"Dann erst bemerkte er den Drachenbaum. Er drehte sich um, doch Bonpland war verschwunden. Der Baum war riesenhaft und wohl Jahrtausende alt. Er war hier gewesen noch vor den Spaniern und vor den alten Völkern. Er war dagewesen vor Christus und Buddha, Platon und Tamerlan. Humboldt horchte an seiner Uhr. Wie sie, tickend, die Zeit in sich trug, so wehrte dieser Baum die Zeit ab: eine Klippe, an der ihr Fluß sich brach. Humboldt berührte den schrundigen Stamm. Weit droben liefen die Äste auseinander, das Zwitschern Hunderter Vögel durchdrang die Luft. Zärtlich strich er über die Rinde. Alles starb, alle Menschen, alle Tiere, immerzu. Nur einer nicht. Er legte seine Wange ans Holz, dann wich er zurück und sah erschrocken um sich, ob ihn jemand gesehen hatte. Schnell wischte er die Tränen weg und machte sich auf die Suche nach Bonpland."
Auf denselben Baum, einen Drachenbaum, stößt Eugen im letzten Kapitel als der Dampfer, der ihn nach Übersee bringen sollte, kurz auf Teneriffa anlegt:
"Er kam zu einem ummauerten Garten, dessen Pforte offen stand. Orchideen klammerten sich an Baumstämme, das Zwitschern Hunderter Vögel durchdrang die Luft. In der Nähe der offenbar neu gebauten Mauer stand ein sehr dicker Baum. Seine Rinde war narbig und rauh, weit oben fächerte sich der Stamm in einen Busch von Ästen auf. Zögernd trat Eugen in seinen Schatten, lehnte sich an den Stamm und schloß die Augen. Als er sie wieder Öffnete, stand ein Mann mit einer Harke vor ihm und begann zu schimpfen. Eugen lächelte beschwichtigend. Der Baum sei wohl sehr alt? Der Gärtner stampfte mit dem Fuß auf den Boden und zeigte auf den Ausgang. Eugen bat um Entschuldigung, er habe ausgeruht, er habe für einen Moment geglaubt, ein anderer zu sein oder niemand, es sei ein solch angenehmer Ort. Der Gärtner hob drohend seine Harke, Eugen ging schnelldavon."
Die Entscheidung, nach Amerika auszuwandern, traf Eugen in der Wirklichkeit, jedoch anders als im Roman dargelegt, eigenmächtig:
Im Jahr 1717 wurde Venezuela an das neu gegründete Vizekönigreich Neugranada angeschlossen. 1643 wurden die Bay Islands, 1655 Jamaika (Santiago), 1670 die Kaimaninseln, 1797 Trinidad und 1798 Belize an Großbritannien abgetreten. Im Jahr 1697 wurde der kleinere westliche Teil Hispaniolas (Haiti) an Frankreich übergeben. Der Herrschaftsanspruch auf das 1789 spärlich kolonialisierte Nootka-Territorium wurde bereits fünf Jahre später auf Druck Großbritanniens zurückgezogen.
Andrés Manuel del Río und Humboldt hatten zur gleichen Zeit die Bergakademie in Freiberg besucht. Humboldt besuchte seinen ehemaligen Kommilitonen in Mexiko, als dieser Leiter der dortigen Bergbauakademie war.
Nach der Niederlage Napoleons hatte der Wiener Kongress (1815) Europa neu geordnet. Auf dem Wiener Kongress entstand der Deutsche Bund, ein lockerer Bund souveräner Einzelstaaten. Gegen diese Entscheidung protestierte vor
allem das liberale Bürgertum. Es forderte die Gründung eines deutschen
Nationalstaates, Grundrechte und eine Verfassung.
Während seiner Tätigkeit als Landvermesser im
Königreich Hannover besucht Gauß den Grafen Hinrich von der Ohe zur Ohe,
um mit ihm über drei Bäume und einen Schuppen zu verhandeln, die für
die Messungen weichen müssen.
Auf dem Hof Von der Ohe wohnt Gauß 10 Tage. In einem Brief an seinen Freund Dr. Olbers schreibt er:
„...Dort lebte eine Familie, deren Haupt Peter Hinrich von der Ohe
zur Ohe sich schreibt, dessen Eigentum vielleicht eine Quadratmeile
groß ist, dessen Kinder aber die Schweine hüten. Manche Bequemlichkeit
kennt man dort gar nicht, z.B. einen Spiegel, einen Abort oder
dergleichen..
1. Der Kanal zwischen dem Orinoko und dem Amazonas
Im Kapitel "Der Fluss" unternehmen Humboldt und Bonpland eine Reise zum Orinoko. Das Ziel der Reise ist es, den Kanal zwischen dem Orinoko und dem Amazonas zu vermessen. Schon vor Humboldt hatten verschiedene Forscher diese Wasserverbindung zu entdecken versucht, doch erst Humboldt gelingt es, die Existenz des Kanals zu beweisen und den Kanal zu vermessen. Heute heißt der Kanal Río Casiquiare:
Die 1730er Jahre waren die Zeit einer großen grundsätzlichen Debatte der Physik: der Frage nach der Erdfigur. Während die traditionelle Lehrmeinung in Frankreich (vertreten unter anderem von Jacques Cassini) ganz nach Descartes
annahm, dass die Erde wie ein Wirbel am Äquator enger war als an den
Polen, vertraten vornehmlich jüngere Wissenschaftler, darunter auch La
Condamine und Pierre-Louis Moreau de Maupertuis, die „englische“ Auffassung nach Newton,
die ganz im Gegenteil davon ausging, dass die Erde an den Polen
abgeflacht war und somit am Äquator breiter. Um diesen Streit zu beenden
und die „wahre“ Gestalt der Erde zu ermitteln (was auch für präzise
Kartographie von enormer Bedeutung war) wurden zwei Expeditionen
gebildet, die jeweils die Messung eines Meridians vornehmen sollten: Während Maupertuis nach Lappland
aufbrach, um am Polarkreis einen Längengrad zu messen, wurde La
Condamine Mitglied der zweiten Expedition, die nach Südamerika an den Äquator – in das damalige Vizekönigreich Peru – geschickt wurde.
Neben La Condamine waren unter anderem Louis Godin (Leiter und dienstältestes Akademie-Mitglied), Pierre Bouguer (ein früheres mathematisches „Wunderkind“) und Joseph de Jussieu (Botaniker) Teil der Expedition.
Die Erde ist keine perfekte Kugel, sondern an den Polen abgeplattet.
4. Lope de Aguirre
Lope de Aguirre
hat hat im Jahr 1560 eine Amazonasexpedition unternommen, die in Peru begann und ihn zum sagenhaften Goldland Eldorado führen sollte. Aguirre, der Zorn Gottes (1972) ist ein sehenswerter Film des Reggiseurs Werner Herzog dazu, mit Klaus Kinski in der Hauptrolle:
"Geschichten wisse er
keine, sagte Humboldt und schob seinen Hut zurecht, den der Affe umgedreht
hatte. Auch möge er das Erzählen nicht. Aber er könne das schönste deutsche
Gedicht vortragen, frei ins Spanische übersetzt.
Oberhalb aller Bergspitzen sei
es still, in den Bäumen kein Wind zu fühlen, auch die Vögel seien ruhig, und
bald werde man tot sein. Alle sahen ihn an. Fertig, sagte Humboldt."
Die Universitätssternwarte Göttingen ist nach den Gründungen von Wien und Graz die dritte Universitätssternwarte des deutschen Sprachraums. Erster Direktor der neuen Universitäts-Sternwarte wurde Gauß, der selbst auch in einem Seitenflügel des Gebäudes wohnte.
Die Humboldts waren zwei Brüder: Wilhelm, der Ältere, kam 1767 zur Welt und Alexander, der Jüngere, zwei Jahre später, 1769. Ihr Vater starb 1779, als Alexander zehn war.
Wilhelm steht seinem Bruder Alexander in nichts nach. Er hat unterschiedliche Bereiche ins Visier genommen. Er war Philosoph, Sprachforscher und preusischer Minister.
Lope de Aguirre hat im Jahr 1560 eine Amazonasexpedition unternommen, die in Peru begann und ihn zum sagenhaften Goldland Eldorado führen sollte. Aguirre, der Zorn Gottes (1972) ist ein sehenswerter Film des Reggiseurs Werner Herzog dazu, mit Klaus Kinski in der Hauptrolle:
Georg Forster war ein deutscher Naturforscher, der an der zweiten Weltumsegelung James Cooks teilnahm und wichtige Beiträge zur Völkerkunde in der Südsee lieferte.
Alexander von Humboldt studierte an der Bergakademie Freiberg und besuchte die Veranstaltungen von Abraham Werner. Dieser war der Hauptvertreter des Neptunismus im 18. Jahrhundert und stand im Zentrum eines damals die Geologie beherrschenden Streits zwischen Neptunisten und Plutonisten.
Er bereiste mit Alexander von Humboldt zwischen 1799 und 1804 Spanien und Amerika. In der öffentlichen Wahrnehmung der Expedition steht er im Schatten von Humboldt. Er starb in Argentinien in Armut.
In der Tat ist derzeitig kein deutschsprachicher Dokumentarfilm auf Youtube zu finden, der den genialen Botaniker ins Zentrum stellt, Folgende Dokumentation ist auf Spanisch:
Er amtierte kurz unter König Karl IV. als Ministerpräsident Spaniens und war von 1808 bis 1813 Regierungschef unter Joseph Bonaparte. Er förderte die Studienreise von Alexander von Humboldt.